Bausparkasse wechseln — Ist es sinnvoll?
Nicht immer ist die erste Bausparkasse die beste. Wir zeigen, wann ein Wechsel Sinn macht und was Sie beachten müssen.
Warum überhaupt wechseln?
Die meisten Menschen schließen einen Bausparvertrag ab und bleiben dann einfach dabei. Das ist verständlich — die Kündigung fühlt sich nach Papierkram an, und man fragt sich, ob es den Aufwand wirklich lohnt. Aber hier’s die Wahrheit: Es gibt gute Gründe, seinen Vertrag zu überprüfen.
Die Konditionen bei Bausparkassen unterscheiden sich deutlich. Manche bieten bessere Guthabenzinsen während der Ansparphase, andere haben niedrigere Darlehenszinsen für später. Ein Wechsel kann Ihnen hunderte oder sogar tausende Euro sparen — über die gesamte Laufzeit des Vertrags. Und ja, wir wissen: Das klingt nach viel Arbeit. Ist es aber nicht.
Wann macht ein Wechsel Sinn?
Ein Wechsel ist nicht für jeden sinnvoll. Es kommt darauf an, in welcher Phase Sie sich befinden und wie Ihre aktuelle Bausparkasse abschneidet. Wir haben die wichtigsten Kriterien zusammengefasst, die Sie prüfen sollten.
So funktioniert der Wechsel
Der Wechsel ist einfacher als viele denken. Es gibt keine versteckten Fallstricke, solange Sie noch nicht im Darlehensvertrag sind. Die Schritte sind immer gleich.
Neue Bausparkasse wählen
Vergleichen Sie mindestens 3-4 verschiedene Anbieter. Schauen Sie nicht nur auf die Guthabenzinsen jetzt, sondern auch auf die zukünftigen Darlehenszinsen. Manche Bausparkassen haben garantierte Zinssätze, die später viel günstiger sind.
Antrag bei neuer Bausparkasse stellen
Reichen Sie den Antrag für einen neuen Bausparvertrag ein. Die meisten Bausparkassen brauchen nur die Grunddaten: Bausparsumme, Zeitrahmen und persönliche Informationen. Das geht inzwischen komplett online. Sie erhalten dann ein Angebot mit den genauen Konditionen.
Guthaben auszahlen lassen
Beantragen Sie die Auszahlung Ihres aktuellen Guthabens bei der alten Bausparkasse. Das Geld kommt dann auf Ihr Konto. Hinweis: Sie verlieren damit die bisherigen Ansparleistungen in diesem Vertrag, bekommen aber Ihr Geld komplett zurück.
Neue Bausparkasse finanzieren
Überweisen Sie Ihr ausgezahltes Guthaben auf das Sparkonto der neuen Bausparkasse. Der Vertrag wird aktiviert und Sie beginnen neu. Die bisherige Laufzeit wird oft angerechnet, je nachdem wie lange Sie schon sparen.
Beispiel: Was Sie sparen könnten
Ein konkretes Beispiel macht es deutlich. Nehmen wir an, Sie sparen 150.000 Euro über 10 Jahre ein. Das sind 15.000 Euro pro Jahr oder etwa 1.250 Euro monatlich. Der Unterschied in den Guthabenzinsen ist klein, addiert sich aber.
Alte Bausparkasse
Gesamtzinsen: ca. 2.250 Euro
Neue Bausparkasse
Gesamtzinsen: ca. 6.000 Euro
Ersparnis: ca. 3.750 Euro — und das ist nur in der Ansparphase, ohne die besseren Darlehenszinsen später einzurechnen.
Das sollten Sie vorher beachten
Kündigungsfrist prüfen
Manche Verträge haben eine Kündigungsfrist von mehreren Monaten. Schauen Sie in Ihren Unterlagen nach. Ist die Frist zu lang, lohnt sich der Wechsel möglicherweise nicht mehr.
Förderungen nicht vergessen
Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage sind an den Vertrag gebunden. Ein Wechsel bedeutet oft, dass Sie diese Förderungen für den neuen Vertrag neu beantragen müssen. Das ist zwar möglich, aber Sie sollten es nicht vergessen.
Gebühren kalkulieren
Die neue Bausparkasse erhebt Gebühren für die Kontoeröffnung und eventuell für die Eintragung ins Grundbuch (später). Rechnen Sie diese in Ihre Einsparungen ein. Bei großen Bausparsummen lohnt sich der Wechsel trotzdem meist.
Timing ist wichtig
Je früher Sie wechseln, desto mehr Zeit bleibt für die besseren Zinsen. Wenn Sie bereits in der Darlehenphase sind oder kurz davor stehen, lohnt sich ein Wechsel meist nicht mehr.
Unser Fazit: Wann lohnt es sich wirklich?
Ein Wechsel lohnt sich dann, wenn Sie die nächsten 3-5 Jahre noch sparen müssen und mindestens 0,5% höhere Guthabenzinsen bekommen. Das klingt nach wenig, aber über die Jahre summiert es sich. Wichtig ist: Sie müssen noch in der Ansparphase sein. Ein Wechsel in oder kurz vor der Darlehenphase ist kompliziert und lohnt sich fast nie.
“Die beste Bausparkasse ist nicht immer die erste. Aber der Wechsel muss zum richtigen Zeitpunkt stattfinden — früh in der Ansparphase, mit deutlich besseren Konditionen.”
Nehmen Sie sich eine Stunde Zeit und vergleichen Sie 3-4 Anbieter. Die meisten haben Online-Vergleichsrechner, die die Einsparungen direkt anzeigen. Ist der Unterschied größer als 2.000 Euro über die gesamte Laufzeit, ist ein Wechsel sinnvoll. Alles unter 1.000 Euro? Dann ist die Mühe nicht wert. Es geht bei Bausparkassen nicht um perfekt — es geht um gut genug und sinnvoll.
Haftungsausschluss
Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken. Die Informationen sind nicht aktualisiert und könnten fehlerhaft sein. Wir geben keine Finanzberatung und keine Garantien für die Richtigkeit der Angaben. Vor einer Entscheidung zum Wechsel sollten Sie sich von einem unabhängigen Finanzberater oder Ihrer Bank beraten lassen. Die Konditionen bei Bausparkassen ändern sich häufig — vergleichen Sie immer die aktuellen Angebote direkt bei den Anbietern.